"Hobby: Pferde"
- Auf dem Sprung ins "Seniorenlager" -

Das Ziel für 1983 stand fest: Ein geeignetes und sofort einsetzbares Pferd musste gefunden werden. Heike war 21 Jahre alt, und 1983 war somit ihr letztes Jahr als „Junge Reiterin“. Der Tipp eines Bekannten der Familie verschlug Heike zu einem Kurzurlaub in Sachen Pferdesuche auf die Insel Sylt. Während dieses Aufenthalts im Juni 1983 machte sie Bekanntschaft mit  „Lotus“ . Dieser machte zuerst nicht den allerbesten Eindruck auf seinen potentielle neue Besitzerin. Mit 1,62 Meter eher klein bemessen, war der Hannoveraner jedoch ziemlich energiegeladen. Heike fand die Bremse nicht. „Noch dazu sah er eigentlich mehr aus wie ein Doppelpony“ so Heike. Doch hatten ihre ersten Versuche im fremden Sattel die Besitzer längst davon überzeugt, dass sie die richtige Reiterin zu sein schien. Während sie noch Bedenken äußerte, machte ihr Vater den Handel perfekt. Und „Lotus“ sollte ihr  Shooting-Star werden. Bereits Ende Juli platzierte sie sich mit ihm in Dressuren der Klasse S, und qualifizierte sich im August in Mühlheim für die Europameisterschaften der Jungen Reiter.

Ebenfalls im August standen auch die Deutschen Jugendmeisterschaften in Freudenberg an. Kurz entschlossen trainierte sie für die Meisterschaft mit „Gottberg“. Heike setzte alles auf eine Karte und ritt die Championatsprüfung „auf Angriff“. Trainer Holger Schmezer erinnert sich noch heute daran, wie Heike derart risikofreudig durch die Aufgabe ritt, dass ihm am Rande des Vierecks fast das Herz stehenblieb. Der Sieg in dieser Prüfung war gesichert, und die Meisterschafts-Silbermedaille hatte sie ebenfalls in der Tasche.
Erneut ein Riesenerfolg.

EM MünchenDer September nahte, und mit ihm die Europameisterschaften. Den kleinen Kämpfer „Lotus“ hatte sie immer besser im Griff. Phasenweise begannen die Trainingsstunden bei Null, doch auch Heike konnte Zähne zeigen.
Der Kemmersche Turniertross machte sich auf den Weg nach München-Riem. Harry Boldt, damaliger Bundestrainer der Senioren, und Siegfried Peilicke, zuständig für die Junioren und die Jungen Reiter, postierten sich am Rande des Abreiteplatzes. Leicht unterschiedliche Anweisungen prasselten auf Heike ein: „Jeder erzählte mir etwas anderes“. Der eine  wollte den Wallach höher im Genick sehen, der andere eher runder. Der Mittelweg schien angebracht. Und sie schafften es. Zusammen mit ihren Teamkollegen Martina Betzler, Gaby Wilcken und Wiljo Klein holte Heike Mannschaftsgold – und krönte die Meisterschaft dazu mit der Goldmedaille in der Einzelwertung. Europameisterin! Die Presse ihrer Heimatstadt verpasste ihr gleich einen anspruchsvollen Titel : „Berlins Botschafterin in Sachen Dressur“.

Das Timing war perfekt – Der gefürchtete Sprung ins Seniorenlager erschien plötzlich nicht mehr so bedrohlich.  Harry Boldt bestätigte damals: „Mit „Lotus“ kann Heike den nahtlosen Übergang in die Grand Prix-Klasse schaffen“.

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