"Hobby: Pferde"
- Reiten lernt man nur durch Reiten -

Schon bald kamen mehr Pferde dazu: Der schwierige „Wiesenfürst“, dann „Portwein“, ein schwedisch gezogener Hengst, und die Vollbluttochter „Akazie“. Wiesenfürst


Auch ein junges Pferd bezog eine Box im Stall Kemmer: Der 4jährige Cardinal xx-Sohn „Gottberg“. „Gottberg“ blieb vorerst „im Westen“ und sollte vom damaligen Betriebsleiter des Amselhof, Hubert Schulze-Rückamp, gearbeitet werden. Die beiden waren sich jedoch nicht ganz „grün“ und kamen nicht miteinander aus – und so wechselte „Gottberg“ in den Stall von Ausbilder Holger Schmezer, dem heutigen Bundestrainer, nach Verden. Zusammen mit Bereiterin Birgit Wellhausen investierte er viel Arbeit und Ehrgeiz in die Ausbildung. Heike kam des Öfteren zum Training und genoss die Zeit, die sie außerhalb des engen Berlin im Stall Schmezer oder auf dem Amselhof verbringen konnte. Der erste Trainer außerhalb ihrer Heimatstadt war gefunden.

Zuhause war sie unterdessen bestens beritten. Neben „Waidfee“, „Akazie“ und „Portwein“ stand „Nomade“  im Stall der Landesreitschule Berlin. Ehemals als Beschäler  im Landgestüt Celle aufgestellt, zeigte sich der Novum xx-Sohn dort jedoch ziemlich deckfaul. Landstallmeister Burchard Bade bot ihn daher zum Verkauf an, und Joachim Kemmer erwarb ihn für seine Tochter. 1979 bestritten die beiden ihre ersten Turniere. Die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften in Walldorf 1981 holte sie zwar im Sattel von „Akazie“, doch mit „Nomade“ wuchs sie immer mehr zu einem Erfolgsteam zusammen. Gemeinsam sammelten sie Schleifen in M und S-Dressuren.
Dann kam ein Einschnitt, mit dem keiner rechnen konnte. „Nomade“ ging an einer Kolik ein, und Heike stand ohne ein geeignetes Pferd da. Der 7jährige „Gottberg“ war noch nicht soweit. „“Gottberg“ beherrschte die Lektionen noch nicht sicher genug, und mit mir im Sattel hätte es noch nicht geklappt. Wir waren noch kein eingespieltes Team“ so Heike. 

Unverhofft kommt oft. „Good Boy“ tauchte auf. „Good Boy“ war im Besitz der Berlinerin Madeleine Winter-Schulze, einer guten Bekannten der Familie Kemmer.  Während Heike noch bei den Junioren und Jungen Reitern mitmischte, wechselte Madeleine von der Springreiterei in den Dressursattel und bestritt Turniere im Seniorenlager. Sie war „die“ Größe im Berliner Turnierzirkus. Kurzerhand stellte sie Heike „Good Boy“ zur Verfügung. Obwohl erst 6jährig, war er in der Ausführung der Lektionen sicherer als „Gottberg“. So konnte Heike die Zeit nach dem Verlust überbrücken, und sich bis Ende der Turniersaison 1982 noch häufig platzieren. Für Heike unvergessen: „So etwas war in der damaligen Zeit absolut ungewöhnlich – und ist es immer noch. Ich bin Madeleine für dieses großzügige Angebot bis heute dankbar.“

Madeleine Winter-Schulze und HeikeMadeleine Winter-Schulze wurde eine wichtige Wegbegleiterin, die Heike bis heute immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht. Als Mäzene von Ludger Beerbaum, Isabell Werth, Karin Rehbein und einigen mehr, sind Madeleine Winter-Schulze und ihr Mann Dieter durch ihr Engagement im Reitsport unentbehrlich.

 

 

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